Das 67. Klaus-Haferkorn-Gedächtnisturnier 2025 ist Geschichte.
Lieblings-Liebige gewannen zun neunten Mal das Turnier und benötigen nur noch einen Sieg, um zum Rekordsieger Die Peripheren auf zu schleißen.
Hier findet ihr den Nachbericht des Fränkischen Tags und das Endergebnis mit einigen zusätzlichen Fakten.
Nachruf
Heinz Fuchs verstorben – TTL-Chef war dem „Haferkorn“ verbunden
Mit dem Tod von Heinz Fuchs verstarb im Alter von 84 Jahren einer der bedeutendsten Gönner in der Geschichte des Bamberger Basketballs, der nicht das Rampenlicht suchte, sondern eher als „stiller Macher“ im Hintergrund die entscheidenden Fäden zog. Im Frühjahr 1988 zeigte er Flagge als der ehrwürdige FC Bamberg in große finanzielle Schieflage geriet und das Bundesligageschäft vor dem Aus stand. Er war damals wahrlich kein „Basketball-Verrückter“, ging nie selbst auf Korbjagd und war auch kein enthusiastischer Fan. Einzig die Freundschaft zu Heinz Tengler und Hans Herbst war der Grund dafür, dass er Verantwortung übernahm. Den Begriff „Retter“ wollte er nie annehmen („das war nicht meine Intention“).
Neben Bayer Leverkusen war TTL Basketball Bamberg damals der einzige Verein im Profisport, bei dem der Firmenname im Vereinsnamen auftauchte (Fuchs: „das war eine Riesengeschichte“). „Ohne Heinz Fuchs wäre die ganze Sache den Bach runter“, bestätigt der damalige Manager Hans Herbst ohne Wenn und Aber, zumal der TTL-Geldgeber auch noch beträchtliche Summen an Privat-Initiative einbrachte.
Mit einem insgesamt geringen Etat spielten die TTL-ler nach der „Übernahme“ jahrelang auf höchstem Niveau, die Top Four waren fast schon eine Selbstverständlichkeit. Ewig mit Heinz Fuchs verbunden bleibt, dass in seine Sponsoren-Ära 1992 der erste nationale Titel einer Bamberger Mannschaft fiel (69:72/74:68-Pokalsieg in Hin- und Rückspiel gegen Ludwigsburg) und damit Geschichte geschrieben wurde.
Neben dem Geschäftsbetrieb der Profis ging es ihm besonders auch darum, die Jugend und Amateure als gemeinnützigen Verein zu fördern, was bis zum heutigen Tag geblieben ist. Als Hauptsponsor und Namensgeber geht die „Erste“ seit vielen Jahren in der 1. Regionalliga Südost auf Korbjagd. Insgesamt 20 Mannschaften, beginnend mit der Ballschule U6, U8, und auch die Rollstuhl-Basketballer gehören dem TTL an.
Ergänzend zum Sponsoring prägen vor allem zwei Stiftungen das monetäre, nachhaltige Wirken von Heinz Fuchs. Anfang der 90er-Jahre wurde die „Heinz Fuchs-Stiftung“ ins Leben gerufen, kapitalintensiv ausgestattet wurde damit langfristig der Jugendsport gefördert. Damit nicht genug: 60 Prozent des Kapitals der (zweiten) „Basketball-Stiftung“ kam auch von Heinz Fuchs, der Rest von Freunden des Hauptgeldgebers. Auf diese Stiftung wurde dann der Förderverein aufgesetzt. Seit 1999 gibt es nicht mehr den wirtschaftlichen Betrieb des TTL Basketball Bamberg, der TTL ist unter dem gemeinnützigen Dach aktiv. Größer als die Verbundenheit von Heinz Fuchs gelebt kann Vereins-Verbundenheit nicht sein.
Heinz Fuchs erwarb sich zudem besonders auf wirtschaftlichem Gebiet einen Namen - als Geschäftsführer der beiden Teppich-Tapetenboden-Geschäfte TTL und TTM (insgesamt 66 Standorte) mit dem aktuellen Sitz im Hallstadter Gewerbegebiet. Dass er im hohen Alter noch aktiv war, beweist auch, dass er vor zwei Jahren vom Netzwerk „Die deutsche Wirtschaft“ als eine „der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten“ in Familienunternehmen gelistet wurde.
Sehr wohl gesonnen war er auch dem traditionellen Klaus-Haferkornturnier. Seit Einführung des Programmheftes war er von Anfang an mit im Boot. Aufgrund seiner hohen finanziellen Unterstützung wurde er auch im Vorjahr in die „Hall of Fame“ aufgenommen.
Die „Haferkorn“-Familie wird ihm als Ausdruck großer Wertschätzung ein ehrendes Andenken bewahren Bertram Wagner
Zum Foto:
Heinz Fuchs hat mit dem TTL Bamberg Sportgeschichte geschrieben: Der erste nationale Basketball-Titel von 1992 bleibt unvergessen. Auch das „Haferkorn“ war ihm ans Herz gewachsen.
Foto: Bertram Wagner